Zetbi - Zentrum für Biographik -Veranstaltungen


Die Mitglieder des ZetBi treffen sich in einem halbjährlichen Rhythmus zu Diskussion spezifischer Themenfelder. Zu diesen Arbeitstreffen lädt das ZetBi auch externe Referentinnen und Referenten ein.

Für Nachwuchswissenschaftlerinnen besteht hier zudem die Möglichkeit, ihre biographischen Forschungsprojekte zur Diskussion zu stellen. Das ZetBi strebt mittelfristig an, sich zu einem nach außen wahrnehmbaren Kompetenzzentrum zu entwickeln.


Veranstaltungen:

Gründungstreffen (AkmB) >>

Erinnerung und Gedächtnis >>

Leben erzählen. Narrativität und Biographie >>

Problemfelder des biographischen Arbeitens >>

Methodische Zugänge zum biographischen Arbeiten >>

Identitätskonstruktion in biographischer Forschung >>

Biographische Alltagserzählungen >>

Film und Biographie >>

Im Kern des Biographischen >>

Biographie und Performativität >>

Semantiken der (Selbst-)Konstruktion. (Auto-)Biographisches Arbeiten in Soziologie und Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert
>>

Künstler-Biografie / Kunsthistoriker-Biografie >>

Legitimationsmechanismen des Biographischen (Bonn)>>

Legitimationsmechanismen des Biographischen II >>

Legitimationsmechanismen des Biographischen (Wuppertal) >>

Körperlichkeit und Biographie >>


Vorankündigung:

Biographien in Ausstellungen

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische

Gedenkstätten, Fürstenberg (Havel)

(Februar 2014)


Gründungstreffen (AkmB)
(27.02. bis 29.02.2004 in Berlin)

Neben organisatorischen Fragen widmete sich dieses erste Treffen einer intensiven Auseinandersetzung mit verschiedenen für die Biographik relevanten Theorieansätzen (Pierre Bourdieu, Wilhelm Dilthey, Johann Gustav Droysen). Im Falle von Bourdieu wurde beispielsweise konkret der biographische „Nutzen“ der von ihm erstellten Kategorien von Feld, Kapital und Habitus diskutiert. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Problematisierung von autobiographischen Texten als Quelle.

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Erinnerung und Gedächtnis
(15.10. bis 17.10.2004 in Hamburg)

Dieses Treffen näherte sich von verschiedenen Seiten dem Problemfeld „Erinnerung und Gedächtnis“. Neben gemeinsamer Diskussion von Maurice Halbwachs und dem Konzept des Kollektiven Gedächtnisses sowie der Thematisierung von Leerstellen im autobiographischen Gedächtnis gehörte dazu auch die Beschäftigung mit den neurobiologischen Grundlagen von Erinnerungsprozessen. Einen Beitrag aus der Praxis stellte der Vortrag von Linde Apel von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg/Werkstatt der Erinnerung (FZH) dar. Abgeschlossen wurde der Workshop mit dem Aspekt „Räumlichkeit und Erinnerung“.

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Leben erzählen. Narrativität und Biographie
(27.05. bis 29.05.2005 in Wuppertal)

Das dritte Treffen lenkte den Blick auf die narrativen Muster, in denen Biographie und Biographik betrieben wird. In die Thematik führe ein Vortrag von Professor Matias Martinez vom Wuppertaler Zentrum für Erzählforschung (ZEF) ein: Was unterscheidet faktuales und fiktionales Erzählen? Einen zweiten Schwerpunkt bildete die Vorstellung neuerer amerikanischer, angelsächsischer und französischer Ansätze der Biographik. Mit Dieter Kühn war zudem ein Vertreter des biographischen Romans anwesend, der mit uns zum Thema literarische Biographik diskutierte.

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Problemfelder des biographischen Arbeitens
(11.11. bis 13.11.2005 in Berlin)

Das vierte Treffen versuchte, einen Überblick über „Problemfelder des biographischen Arbeitens“ zu geben. Dazu zählte der Umgang mit verschiedenen Quellenformen (Ego-Dokumente, Fotos u.a.), die Frage der Darstellung und Form (Narration, Zeitstrukturen, Raumstrukturen), die Rolle des Biographen/der Biographin, die Wahl der Methoden (Hermeneutik, Diskursanalyse, Psychoanalyse) und Fragen der Kontextualisierung
(Milieu, Generation, Habitus). Außerdem diente das Treffen der konzeptionellen Vorbereitung der weiteren Arbeit.

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Methodische Zugänge zum biographischen Arbeiten
(12.05. bis 14.05.2006 in Wuppertal)

Auf dem fünften Workshop standen verschiedene methodische Zugänge zum biographischen Arbeiten auf dem Programm. Den Auftakt bildete Daniela Langer von der Universität Göttingen mit einem Vortrag über das Verhältnis von Autobiographie und Subjekt („Wie man wird, was man schreibt. Autobiographie und Subjekt“). Mit einem Beitrag aus den eigenen Reihen führte uns Sabine Arend später in das Thema der Netzwerkanalyse ein. Ein besonderer Augenmerk lag bei diesem Treffen auf der Darstellung und Diskussion ausgewählter Biographien. Diese „Biographical Surveys” lieferten auch zahlreiche Ansatzpunkte für eine methodische Auseinandersetzung.

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Identitätskonstruktion in biographischer Forschung
(17.11. bis 19.11.2006 in Dresden)

Der sechste Workshop markiert zunächst einmal die Umwandlung des „Arbeitskreises für moderne Biographik“ in das „Zentrum für Biographik“. Auf inhaltlicher Ebene haben wir uns mit dem Thema „Identitätskonstruktion in biographischer Forschung“ beschäftigt. Hierzu gab es verschiedene Impuls-Vorträge mit anschlie_ender Diskussion:„Generationalität als wissenschaftliche Kategorie“, „Identitätskonstruktion in Biographie und Biographik“ sowie „Literarische Ansätze zur Identitätskonstruktion“. Auch die Diskussion über die „Biographical Surveys“ wurde fortgeführt.

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Biographische Alltagserzählungen
(15.06. bis 17.06.2007 in Mainz)

Eingeleitet wurde der Workshop durch einen Vortrag von Andreas Frings (Universität Mainz) über „Rational Choice als historisches Forschungsprogramm“. Am Samstag beschäftigten wir uns ausgehend von ausgewählten psychologischen Studienbefunden (Vortrag Anke Terörde) mit „autobiographischen Gedächtnis“. Unsere Textarbeit bezog sich gemäß des Tagungstitels vor allem auf „biographische Alltagserzählungen“, u.a. im Familienkontext, aber auch im medizinischen Bereich.

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Film und Biographie
(02.11 bis 04.11.2007 in München)

Der achte Workshop des Zentrums für Biographik widmete sich der filmischen Repräsentation von Leben. U.a. stand ein Film von Professor Heiner Stadler („Der Prospektor“) sowie der Film von Errol Morris „Harvesting Me“ (Vortrag Diana Weilepp) zur Diskussion. In einer Sektion stellten zudem Dozenten der Hochschule für Fernsehen und Film München den Film "Born on the 4th of July" vor.

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Im Kern des Biographischen
(28. bis 30.03.2008 in Hamburg)

Externer Vortrag: „Theorie versteckt im, Biosem. Das kleinste
biographische Teilchen oder: ab wann beginnt, Theorie?“ von PD Dr. Bernd
Hamacher (Arbeitsstelle des Goethe-Wörterbuchs, Universität Hamburg) und
Dr. Mirko Nottscheid (Institut für Germanistik II, Universität Hamburg)

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Biographie und Performativität
(14.-16.11.2008 in Berlin)

Das Treffen war den Schnittstellen zwischen den theoretischen Diskussionen zu den Begriffen Performativität und Performanz einerseits und Grundfragen der Biographik andererseits gewidmet. Nach einer einleitenden Auseinandersetzung mit der Performanztheorie ging es in einem Vortrag des Gastreferenten Bernhard Fetz (Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie, Wien) um die konkrete Arbeit an der Ernst Jandl-Biographie und insbesondere um das Phänomen Stimme in Jandls Leben und Werk, an dessen Beispiel sich die Konsequenzen performanztheoretischer Überlegungen auch für die Biographik im Allgemeinen diskutieren ließen. Daneben standen auch die Präsentationen der Forschungsprojekte von Julia Herzberg (Bäuerliche Biografik aus dem russischen Norden zwischen Zarenreich und Sowjetunion), Dirk Naguschewski (Biographie zu Max Leopold Wagner) und Daniel Siemens (Biografie von Horst Wessel) auf dem Programm. Im Zusammenhang mit dem Rahmenthema „Biographie und Performativität“ führte Diana Weilepp ihren Film „Wanted - Who Murdered Derek“ vor, in dem unter anderem die (vergebliche) Suche nach der Wahrheit über die Persönlichkeit eines toten Menschen und in diesem Fall auch über das gewaltsame Ende eines Lebens thematisiert wird.

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Semantiken der (Selbst-)Konstruktion. (Auto-)Biographisches Arbeiten in Soziologie und Geschichtswissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert

(21. bis 24.1.2010 in Bielefeld)

Der in einer Kooperation zwischen der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS) und dem Zetbi veranstaltete Workshop widmete sich dem autobiographischen und biographischen Arbeiten in der Geschichtswissenschaft und der Soziologie. Die Konferenz bot Nachwuchswissenschaftlern ein Forum, mit dem Alltagshistoriker Alf Lüdtke, der Soziologin Gabriele Rosenthal und dem Soziologen Alois Hahn neuere methodische und theoretische Ansätze in der Biografik zu erörtern. Im Mittelpunkt standen Fragen der Selbstkonstruktion durch autobiographische Sprech- und Schreibweisen sowie Fragen der Fremdkonstruktion durch biographisches Arbeiten, wie zum Beispiel im Schreiben einer Biographie.

Weitere Informationen:
http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/bghs/dokumente/tagungsprogramm.pdf

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Künstler-Biografie / Kunsthistoriker-Biografie

(29. bis 30.10.2010 in Halle)

Den Auftakt des Workshops bildete der öffentliche Abendvortrag von Professor Dr. Olaf Peters, Lehrstuhlinhaber am Institut für Kunstgeschichte und Archäologie Europas an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Er stellte sein Vorhaben einer Otto Dix Biographie vor. Im internen Kreis wurde dieses Projekt am nächsten Tag sowohl methodisch als auch im Hinblick auf besondere Anforderungen an eine Auftragsbiographie diskutiert. Im Anschluss stellte Max-Johannes Plasnitzer seine Forschungen zu Herman Grimm als Michelangelo-Biograph vor. Dabei verwies er darauf, dass Grimm zu den ersten Autoren gehörte, die die "Befangenheit des Biographen" thematisiert haben.

Weitere Projektvorstellungen schlossen sich an: Carsten Heinze untersuchte in seiner Dissertation den Zusammenhang zwischen autobiografischem Schreiben und Erinnerungskultur. Die Schwierigkeit von Auftragsarbeiten thematisierte Axel Hüntelmann am Beispiel seiner Biographie über den Mediziner Paul Ehrlich. Der Konstruktion wissenschaftlicher Selbstbilder durch Porträtfotografie in den USA im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ist das neue Forschungsprojekt von Levke Harders gewidmet. Myriam Richter stellt in ihrem Beitrag "Porträts von hinten" ihren Ansatz zur Modellierung von Personenregistern am Beispiel der Hauschronik von Richard M. Meyer vor.

Auch dieses Treffen hatte wieder einen filmischen Teil. Diana Weilepp stellte ihre Arbeit über den Liedermacher und politischen Aktivisten Heinz Ratz vor.
Diskutiert wurden u.a. verschiedene Gliederungsprinzipien von Biographien, auch im Vergleich Film- Buch, das Text-Bild-Verhältnis, der bei Kunsthistoriker oder Künstlerbiographien zugrunde liegende Werkbegriff, das Verhältnis von Soziologie und Biografie sowie die Frage nach Distanz und Nähe zwischen Biograph und biographierter Person.

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Legitimationsmechanismen des Biographischen
(24.-25. 06.2011 in Bonn)

Als Vorbereitung auf eine großangelegte, internationale Tagung traf sich das ZetBi vom Freitag, den 24. bis Sonntag, den 26. Juni 2011 in Bonn. Intern sollte der anvisierte Themenkomplex der Tagung »Legitimationsmechanismen des Biographischen – Kontexte – Akteure – Techniken – Grenzen« weiter konturiert werden. Der Workshop fand in den Räumlichkeiten der ITB Consulting, einer Personalberatung, statt.

Den Auftakt bot am 24. Juni jedoch zunächst ein von ZetBilern für ZetBilern organisierter "Ressourcen-Workshop", in dem es um Fragen und Methoden der Hochschul-Didaktik ging. Anhand von praktischen Übungen und im Rahmen eines intensiven Erfahrungsaustausches wurden die je eigenen Ressourcen als (Hochschul-)Lehrende erfahren und erweitert.

Den Abend eröffnete die Historikerin Dr. Barbara Hillen mit einer Präsentation der Tätigkeitsfelder, Herausforderungen und Umgangsweisen im Rahmen ihrer Bonner "Agentur für AutoBiographien": Dort werden (Auto-)Biographien im Auftrag von Privatpersonen sowie Unternehmen betreut, verfasst und in Druck gebracht.

Legitimationsstrategien, -techniken und -grenzen waren Leitmotive des zweiten Tages, der mit dem Versuch einer Rekonstruktion von Legitimationsstrategien am Beispiel von Texten des Kunsthistorikers Dagobert Frey startete (u.a. "Report on my activity on Poland", 1947). Nachmittags wurde am Beispiel von H. B. Görtemakers Biographie über Eva Braun ("Leben mit Hitler") die Frage nach Legimitationstechniken diskutiert. Schließlich folgte – exemplarisch aufbereitet am Thema "Biographie und Erinnerung im Dokumentarfilm"– die Frage nach etwaigen Grenzen der Legitimation.

Diese interne Tagung zeichnete sich durch eine besondere Experimentierfreude im Umgang mit gruppendynamischen Methoden und sich flexibel ändernden, kleinen Diskussionsgruppen aus, welche die Auseinandersetzung mit Kontexten, Akteuren, Techniken und Grenzen der Legimitiation über den Tag hinweg flankierten.

Vor der Abschlussdiskussion am 26. Juni über interne Fragen und weitere Ziele und Projekte des ZetBi legte der Genius Loci, d.h. die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten der Personalberatung noch die Beschäftigung mit der rezenten Entwicklung der bis dato viele gesellschaftliche Bereiche durchdringenden Persönlichkeitstests nahe. In einer Art Exkurs erläuterte der Psychologe Denis Kusnezow die Konzeption und Machart eines Persönlichkeitstests, der sich noch in der Erprobungsphase befindet und stellte die Möglichkeiten seines Einsatzes zur Diskussion.

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Legitimationsmechanismen des Biographischen II

(24. bis 26.02.2012 in Hamburg)

Dieses interne Treffen diente der organisatorischen Vorbereitung der internationalen Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal 2012.

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Legitimationsmechanismen des Biographischen


Kontexte – Akteure – Techniken – Grenzen (Internationale Tagung vom 20. bis 22.09.2012 in Wuppertal) Vom 20. bis 22. September 2012 fand an der Bergischen Universität Wuppertal die erste vom Zentrum für Biographik ausgerichtete internationale Tagung statt.

Download Flyer (PDF): hier

Download Tagungsprogramm (PDF): hier

Download Tagungsbericht "International Auto/Biography Association"
von Ruth Dawson: hier

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Körperlichkeit und Biographie
(26.-27.04.2013 in Berlin)

Das 15. Treffen des ZetBi widmete sich der Rolle und Funktion des Körpers wie der Körperlichkeit für biographisches Erinnern und biographische Erzählungen. Es trug damit nicht nur dem body turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften Rechnung, sondern auch einem elementaren Phänomen jeder Biographik. Den Auftakt bildete der Abendvortrag von Katrin Köppert (Siegen/Berlin), die die Bild- und Affektproduktionen zum eigenen Körper des Szenenbildners/Kulissenbauers und Fotografen Albrecht Becker vorstellte. Das Medium der Amateurfotographie eröffnete Perspektiven auf die visuell vermittelte körperliche Inszenierung biographischer Elemente.

Anknüpfend daran wurden in zwei Sektionen Ausschnitte aus Anke Abrahams Buch "Der Körper im biographischen Kontext" (2002) diskutiert. Dabei standen Fragen nach der konkreten Operationalisierbarkeit der soziologischen Theorie und Empirie für historisch interessierte biographische Untersuchungen im Mittelpunkt. Ein wesentlicher Bestandteil waren Projektdiskussionen. Alexa von Winning (Tübingen) stellte ihre "Familiengeschichte im Wandel" vor, in der sie die russische Familie Mansurov untersucht. In ihren Überlegungen führt sie Anregungen aus der historischen Familienforschung und der jüngeren Biographik zusammen. Nora Probst (Köln) präsentierte ihr Projekt "Carl Niessen und die frühe Theaterforschung in Köln", eine personenzentrierte Geschichte der frühen Theaterforschung. Ulrike Enke (Marburg) sprach über "Too much? Behrings Nachlass. Eine Annäherung". Sie stellte ihr Projekt einer Biographie des Nobelpreisträgers Emil von Behrings vor, die 2017 erscheinen soll und deshalb eine Herausforderung darstellt, weil es außerordentlich viele Facetten und Quellen zu berücksichtigen gibt.